Hervorgehobener Beitrag

Tach jesacht!

Herzlich Willkommen auf meiner Website.
Ich möchte hier ein paar Bilder und Berichte aus meiner Umgebung und von den Orten an denen ich gewesen bin veröffentlichen.

Viel Spaß beim rumschnarchen.

Nils

 

 

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Petersberg im Saalekreis

Lage: nördlich von Halle/Saale
Land: Deutschland
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Gemeinde: Einheitsgemeinde Petersberg
Höhe:

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Wie wir das Erdbeben in Nepal überlebten

Im vergangenen Herbst planten wir unsere 5 wöchige Reise nach Thailand. Im Winter kamen dann noch zwei zusätzliche Wochen nach Nepal dazu. Die Organisation und Planung war perfekt, aber es sollte alles ganz anders kommen …. .
Nach 2 ½ Tagen Kultur in Kathmandu und Bhaktapur rief das Gebirge… ein paar Tage wollten wir auf den Berg und im Langtang bleiben, es war eine kleine Trekkingtour geplant. Am Freitag, den 24.04.2015 fuhren wir mit dem Jeep nach Syabrubesi. Die Fahrt dorthin war schon recht abenteuerlich. Nach unserer Ankunft besichtigten wir das Dorf und besuchten die heißen Quellen. Am Abend tranken wir ein paar Bier und planten für den nächsten Tag. Unsere Tour ging nach Thulo Syabru.


Früh am Morgen, es war Samstag der 25.04.2015, gegen 7:00 Uhr ging es mit unserem nepalesischen Freund los. Um 10:00 Uhr trafen wir in dem kleinen Bergdorf Thulo Syabru ein. Am ersten Haus machten wir Halt. Wir schauten uns um und genossen die Landschaft. Wir schossen Fotos und wurden von einer freundlichen Dorfbewohnerin zum Tee eingeladen. Nach einer halben Stunde gingen wir weiter in das Dorfzentrum zu unserem Hotel, wo wir den Tag ausklingen lassen und die Nacht verbringen wollten. Wir bezogen unser Zimmer.

 

Danach gab es einen kurzen Smalltalk mit einem Deutschen, der schon mehrere Tage unterwegs war. Wir hatten Hunger und gingen in die kleine gemütliche Gaststube unseres Hotels, tranken dort schwarzen Tee, bestellten Reis mit Ei, eine Nudelsuppe und kamen ins Gespräch mit unserem Landsmann. Das wichtigste Thema war Fußball – Bayern, Hamburg und Leipzig … Alles war sehr entspannt – doch plötzlich wackelte das ganze Haus, Tische, Stühle, einfach alles. Die Wirtin und ihre Tochter verließen fluchtartig das Haus, wir schnell hinterher. Wir schmissen uns auf die Treppe vor dem Haus. Es flogen Blumenkästen umher und alles wackelte. Wir standen auf, rannten weiter hoch und blieben ratlos stehen. Was passiert hier gerade? Vom gegenüberliegenden Berg fielen riesige Steinmassen herunter – wir glaubten es wäre ein Steinschlag. Wir rannten los in Richtung einer angesammelten Menschentraube – die Dorfbewohner waren genau wie wir, verzweifelt und hilflos im Chaos.

Wir realisierten, was soeben passierte, dass hier ist ein Erdbeben. Jemand schrie „wir brauchen feste Erde unter den Füßen, müssen auf das freie Feld“ – alle rannten los. Die Erde bebte, zitterte, immer weiter. Auf dem Feld angelangt, verweilten wir stundenlang plan- und hilflos, irgendwie auch kopflos. Der Kontakt zur Außenwelt war abgerissen. Wir hatten keinen Handyempfang und das Satellitentelefon bekam kein Signal. Es fing an zu regnen. Die Dorfbewohner begannen provisorische Unterschlüpfe zu bauen. Wir halfen und kamen dabei mit zwei Engländern ins Gespräch. Alle beschlossen die Trekkingtour abzubrechen, wenn das Beben vorbei ist. Aber wann ist so etwas vorbei? Wir bildeten ein Team, um gemeinsam den Abstieg zu meistern. Unser Freund, der Guide der beiden Engländer und ihr Träger sprachen mit der Armee. Diese rieten uns davon ab, Thulo Syabru heute noch zu verlassen. Wir stellten uns auf eine Nacht auf dem Feld ein. Unser Gepäck war noch im Hotel und so beschlossen die Männer es zu holen, den Frauen war nicht wohl dabei. Gemeinsam mit unserem Freund holten wir das Gepäck aus dem äußerlich nicht zerstörten Hotel. Die Engländer mussten ihre Rucksäcke zurück lassen, ihr Hotel war innen total zusammengefallen. Jedoch brachten sie ein paar Decken und etwas zum Essen (Kekse und Instantnudeln) mit. Die Erde bebte immer wieder, ein furchtbares und grausames Gefühl. Langsam bereiteten wir das Nachtlager vor. Die Einheimischen brachten Decken und fragten, ob wir etwas zum Essen wollen. Auch hier stießen wir wieder auf gastfreundliche, nette und zuvorkommende Menschen. Langsam wurde es dunkel und die Nebelschwaden brachen über uns herein. Wir rutschten enger zusammen, um uns gegenseitig zu wärmen. Die Nacht war sehr unruhig. Das ständigen Nachbeben, Steinschläge von den Bergen und der Regen begleiteten die Menschen durch die schlaflose Nacht. Am nächsten Morgen wurden wir vom Hahnengeschrei geweckt. Der Tag begann wunderbar, trügerisch schön, doch es kam immer wieder zu Nachbeben. Wir räumten unser Lager. Gegen 6:30 Uhr brachen wir auf und schauten nochmal nach dem Gepäck der Engländer – dies war jedoch verloren und so machten wir uns auf den Weg nach Dhunche. Wir hatten immer noch keinen Kontakt zur Außenwelt. Ein letzter Blick Richtung Thulo Syabru und wir sahen das wahre Ausmaß der Zerstörung.


Die ersten Meter wirkten als wäre hier nichts passiert. Doch schon eine Weile später kamen die ersten Abrisse in den Böden und die abgerutschten Berghänge versperrten uns den Weg. Gegen 9:00 Uhr erreichten wir ein kleines Dorf. Von vielleicht 8 Häusern standen noch 4 und eine Haustür. Die Einheimischen dort kochten uns Tee und Nudelsuppe. Nach einer kurzen Pause liefen wir weiter. Unsere Gruppe wuchs jetzt auf 10 Leute. Nach ca. 1 Stunde laufen bekamen wir das erste Handysignal. Wir informierten sofort unsere Familien, dass mit uns alles in Ordnung ist. Erst jetzt erfuhren wir von dem ganzen Ausmaß des Erdbebens. Alle Informationen zur Katastrophe bekamen wir per SMS aus Deutschland. Wir liefen weiter nach Dhunche. Überall kaputte Häuser und errichtete Zeltlager auf den Feldern. Überall Zerstörung und Verzweiflung. Nachdem wir in Dhunche nicht bleiben konnten, machten wir uns weiter nach Kalikasthan.

Die Straße war völlig zerstört und wir mussten über heruntergerutschte Felsen und Steinbrocken klettern. Wir gingen durch zerstörte Dörfer, hörten die Schreie der verzweifelten Menschen. Wir kamen oft an unsere eigenen physischen und psychischen Grenzen. Der Weg nach Kalikasthan war der gefährlichste, den wir je gegangen sind. Da jederzeit loses Geröll von den Hängen herunterrutschen könnte oder wir einfach an den Abrissen in der Straße in die Tiefe hätten stürzen können. Nach ca. 11 ½ Stunden erreichten wir müde, erschöpft und hoffnungsvoll das Dorf. Wir schliefen unter dem Vordach eines Hotels. Die Besitzer kochten für uns Dal Bhat. Völlig bekleidet und mit unseren Bergschuhen an den Füßen – jederzeit zum Aufbruch bereit – schliefen wir ein. In der Nacht gab es immer wieder kleine Erdbeben, welche uns hochschrecken ließen. Am nächsten Morgen genossen wir eine „kleine“ Morgentoilette, bekamen einen Tee und machten uns auf zum Bus, der uns nach Kathmandu bringen sollte. Da wir die ersten waren, bekamen wir auch Sitzplätze. Der Bus wurde voller und voller – bis er restlos überfüllt war. Im Bus erkannten wir auch einige Nepalesen, die uns während des gestrigen Tages überholt hatten. Nachdem wir die schmale Serpentinenstraße heruntergefahren sind, machte der Fahrer immer wieder in den Städten und Dörfern Halt, um die Fahrgäste in ihren Heimatorten aussteigen zu lassen. Wir fuhren immer wieder an vielen kaputten Häusern vorbei. Während der Fahrt ließ der Fahrer Nepalesische Musik laufen – die Stimmung in dem alten überfüllten Bus ließ uns für einen kurzen Moment, die Katastrophe in den Hintergrund rücken.

Mit dem Bus von Kalikasthan nach Kathmandu

Mit dem Bus von Kalikasthan nach Kathmandu

Nachdem wir gegen Mittag Kathmandu erreichten, sahen wir auch hier die Zerstörung, die das Erdbeben angerichtet hatte. Wir fuhren zu unserem Freund und seiner Familie, alle waren wohlauf, keiner verletzt. Nach dem wir etwas gegessen hatten, machten wir uns auf zum Hotel nach Thamel, wo wir unser restliches Gepäck eingelagert hatten. Es war ein ungutes Gefühl durch das zerstörte Kathmandu zu fahren. Mit unseren Rucksäcken fuhren wir anschließend zum Flughafen. Wir wollten einen Flug nach Europa egal wohin, einfach nur raus. Wir hofften am Flughafen jemanden von der deutschen Botschaft zu treffen. Irgendeiner steht bestimmt da, dachten wir…… . Am Flughafen herrschte dann das absolute Chaos. Inder in langen Schlangen und zur Abreise bereit. Für Polen, Italiener und Franzosen gab es Anlaufstellen. Nur für Deutsche haben wir nichts gefunden. Unsere Familien probierten inzwischen Informationen vom Auswärtigen Amt zu bekommen – doch die geben selbst im absoluten Chaos keine Auskunft. Ein Freund versuchte für uns Flüge zu buchen. Der erste wäre am 29.04.2015 nach München gegangen. Also versuchten wir die Ruhe zu bewahren und fuhren erneut zu unserem Freund, um dort die Nacht zu verbringen. Am späten Abend bekamen wir noch die eine SMS „Flug 28.04.2015, 17:10 Uhr über Abu Dhabi – Muscat – nach Zürich“. Wir zögerten keine Sekunde und buchten. Die Nacht schliefen wir im Zelt. Die Flugzeuge mit den Hilfsmaterialen und die ständigen Nachbeben ließen uns auch diesmal schwer zur Ruhe kommen.

Den nachfolgenden Tag verbrachten wir mit Gesprächen mit den Einheimischen und warteten auf unseren Abflug. Auch hier erfuhren wir wieder Freundlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft, obwohl die Einheimischen selbst im absoluten Chaos stecken. Gegen 13:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Tribhuvan International Airport in Kathmandu. Dieser war immer noch restlos überfüllt. Wir standen zwei Stunden am Check In Schalter und nach weiteren 5 Stunden wartend auf dem Flughafen, konnten wir Nepal in Richtung Abu Dhabi verlassen. Von da aus ging es weiter nach Muscat, wo wir 10 Stunden auf unseren Anschlussflug nach Zürich warteten. Gegen 19:30 Uhr landeten wir erschöpft, glücklich, wehmütig und lebendig in Zürich.
Unseren geplanten Thailand Urlaub haben wir gestrichen. Auch Tage und Wochen nach dem Erdbeben versuchen wir zu realisieren was geschehen ist. Wir hören Nachrichten, lesen in den sozialen Netzwerken was in Nepal passiert und denken, wie viele Schutzengel wir hatten!

Nils & Caro

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Silvretta Hochalpenstrasse

Silvretta Hochalpenstrasse

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